17.01.2018

Cheat Smart: Gesunder Imbiss für Arbeitshungrige

Lucas Buchmüller und Caesar von Heyningen

Die Studenten Caesar van Heyningen und Lucas Buchmüller sagen Currywurst und Co. den Kampf an. Sie halten mit gesundem Fast Food dagegen und wollen mit proteinreichen Shakes und fettarmen Gerichten eine Marktlücke füllen.

Der Arbeitstag ist lang, die Mittagspause kurz, oft zu kurz für eine ausgewogene Mahlzeit. Dann sind Pizza, Pommes oder Burger zum Greifen nahe, um den Hunger schnell zu stillen. Doch diese Kost macht sich auf Dauer um die Hüften breit. “Wer so isst, muss schon viel zum Sport gehen”, sagt Caesar von Heyningen und Lucas Buchmüller nickt. Die beiden sind täglich in Bewegung, doch dafür brauchen sie Energie und nichts, was ihnen schwer im Magen liegt. “Deshalb haben wir nach gesunden Gerichten gesucht, die in fünf bis zehn Minuten fertig sind und weniger als zehn Euro kosten”, berichtet Lucas Buchmüller. Gefunden haben sie nichts dergleichen und sich deshalb selbst in die Küche gestellt. Die Inspiration für ihre Kreationen importierten die beiden Studenten aus San Diego. Dort hatten sie sich während ihres Auslandssemesters durch die alternative Imbiss-Szene probiert. Der Blaubeer-Bananen-Erdnussbutter-Shake oder die Powerbowl mit Zartdinkel, Avocado, Lauchzwiebeln und Hähnchenbrustfilet stehen nun auch auf ihrer Speisekarte. “Das ist einfach lecker und niemand merkt, dass kein Zucker und nur beste Zutaten drin sind”, betont Caesar von Heyningen. Guter Geschmack war für die Gründer von Anfang an entscheidend. “Da wollten wir keine Kompromisse eingehen. Deshalb lassen wir die Kunden auch gerne erst kosten.”

Positive Reaktionen auf Wochenmärkten

Mit ihrem Genuss-Stand waren sie bis zur Winterpause auf verschiedenen Wochenmärkten in Dortmund, Kamen und Schwerte unterwegs. Viele Besseresser waren nach den ersten Bissen überzeugt und kamen wieder. “Die Reaktionen waren sehr positiv. Wir haben sogar Anregungen bekommen, wie wir unser Angebot erweitern können”, sagt Lucas Buchmüller. Derzeit investiert er mit seinem Geschäftspartner viel Zeit in die Weiterentwicklung ihres Konzeptes und den Abschluss der Bachelor-Arbeit in Betriebswirtschaftslehre. Der Schritt vom Studium in die Selbstständigkeit ist für die Dortmunder selbstverständlich. “Es reizt uns einfach, etwas Eigenes aufzubauen”, sagt Caesar von Heyningen. Ab Mitte Januar wollen die Jungunternehmer richtig durchstarten, denn sie haben ehrgeizige Pläne. Zunächst wollen sie den Lieferservice ausbauen, ein Bistro eröffnen und Mitarbeiter einstellen. Gleichzeitig sollen neue Produkte die Palette erweitern. “Wir bereiten schon die Frühjahrs-Saison vor und tüfteln gerade an einem Protein-Eis”, berichtet Lucas Buchmüller. Der 23-Jährige möchte außerdem einen Mehrwegbecher einführen, den die Kunden sich immer wieder auffüllen lassen können. Denn die angestrebte Nachhaltigkeit soll sich nicht nur in der Herkunft der Zutaten erschöpfen. “Wir kaufen im Moment noch alles selbst auf dem Großmarkt ein und bereiten es vor Ort frisch zu”, sagt Caesar von Heyningen. Der 21-Jährige denkt aber bereits über den Aufbau eines Lieferantennetzwerks nach, denn die Gründer setzen auf Wachstum. Sie träumen von einem Filialsystem, das Grenzen überschreitet. “Kontakte in die Niederlande haben wir bereits geknüpft und deshalb auch den Namen bewusst international gewählt.”

Name für Kernzielgruppe

Cheat Smart verweist auf den so genannten Cheat Day, also den Tag, an dem jemand, der sich den Rest der Woche an einen strikten Ernährungsplan hält, nach dem Lustprinzip essen darf. “Viele verstehen den Namen erst einmal nicht, aber er bleibt hängen”, sagt Caesar von Heyningen überzeugt. Der Begriff soll vor allem der Kernzielgruppe auf den ersten Blick ins Auge fallen. Also allen, die sich ohnehin schon mit körperlicher Fitness und ausgewogener Ernährung beschäftigen. Sie bekommen ein kompaktes Gericht, in dem viel Nahrhaftes drin steckt und das die nötige Energie für den Tag liefert. “Wer sich mittags mit Pommes, Currywurst und Cola versorgt, den überkommt anschließend ganz schnell die Müdigkeit. Das passiert mit unserem Essen nicht”, sagt Lukas Buchmüller. Er möchte beweisen, dass eine gesunde Mahlzeit auch in die Mittagspause passt. Dominique Schroller

 

 

 

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