20.11.2017

Poutines im Pott: Frittenwerk eröffnet in Essen

Endlich: Das Frittenwerk hat am Wochenende seine erste Filiale im Ruhrgebiet eingeweiht. Heißt: Leckerste Pommeskreationen in hippem Ambiente. Wir haben in der neuen Niederlassung vorbeigeschaut.

Ende 2014 eröffnete das Frittenwerk ganz bescheiden seine erste Filiale in einer unscheinbaren Lokalität am Bilker S-Bahnhof in Düsseldorf. Seitdem haben Ableger in Köln, Aachen und Frankfurt eröffnet und Fritten-Liebhaber betört, nun darf sich auch der Ruhrpott die Finger lecken. Poutine nennt man das, was das Frittenwerk da aus Pommes und Toppings in Pappschalen zaubert. Die Fast-Food-Spezialität kommt aus Kanada und verbindet grob geschnitzte Fritten mit (dahinschmelzendem) Käse und Bratensoße. Das Frittenwerk dreht diese Idee weiter und serviert seine Pommes auch noch mit allerlei anderen Leckereien, etwa mit cremiger Champignon-Rahmsauce, mit Hackbällchen und Thai-Sauce, mit Pulled Honey Chicken und Asia-Style-Coleslaw oder mit Guacamole, Sour Creme und Tomatenwürfeln. Letztere Sünde nennt sich Tijuana Street Fries und kommt mit Knoblauchfritten daher. Neben den Hausfritten gibt es zudem auch Süßkartoffelpommes.

Im Kontrast zur kleinen Mutterfiliale in Düsseldorf, ist das Essener Frittenkind ein Gigant. Auf zwei großzügigen Stockwerken können an der Kettwiger Straße mitten in der Innenstadt Poutines und Co verdrückt werden, eingerichtet ist alles in Holz und Metall, akzentuiert durch fesche Lichtelemente. Wie die großen Leuchtbuchstaben, die die Lebensweisheit “Fries Before Guys” an die Wand schreiben. Ähnlich humorvoll: Statt mit dem eigenen Vornamen wird jede Bestellung mit einem per Zufall von der Kasse ausgewählten Klamauknamen versehen, den die Pommesbrater dann manchmal breit grinsend, manchmal mit geröteten Wangen halblaut über die Theke säuseln.

Herzhaft und Veggie-freundlich

Unsere Bestellung hörte auf den Namen “Nepomuk” (andere etwa auf Prinzessin Lillifee oder Captain Future) und enthielt zum einen die klassische Poutine mit Mozzarellawürfeln, die nicht lange in Würfelform blieben, und Bratensoße, die erfreulicherweise für Vegetarier geeignet ist. Und in Verbindung mit den knusprig frittierten, innen aber noch herrlich weichen und dazu genau richtig gesalzenen Pommes aus Eigenherstellung schmeckt diese Poutine unschlagbar lecker. Zum anderen wurde uns eine Portion Hausfritten im Montreal Style serviert, also mit Champignon-Rahmsauce und Mozzarella. Ebenfalls herzhaft, sättigend und lecker, die Gabel des Verkosters wanderte aber auffällig oft in die bratensaucige Poutine. Ist halt ein Klassiker. Anvisiert für die nächste Bestellung: Bolofritten! Da kommt die Pommes nämlich mit veganer (!) Bolognese, Rucola, Tomatenwürfeln, Tomate-Chili-Pesto und geriebenem Cheezano (also veganem Käse). Wer Fleisch in seinem Ernährungsplan vorsieht, bekommt hiermit die Empfehlung das BBQ Pulled Pork auf Hausfritten zu probieren. Immerhin kommt das Fleisch von niederrheinischen Weiden und mit dem Versprechen artgerechter Haltung, kurzer Lieferwege und bester Qualität. 

Das Frittenwerk ist eine Bereicherung für Essens Innenstadt, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit nur aus beliebigen Franchisefilialen und (zu) gut versteckten Restaurants bestand. Inzwischen finden sich einige markantere Konzepte, etwa das vegane sattgrün oder die beliebten Burger Brothers, die nicht nur die anrückenden Shoppinghorden mit schnellem Essen für die Seele (und das Hüftgold) beglücken, sondern auch eingefleischte Essener aus ihren Vierteln wieder in die City locken. Lukas Vering

Frittenwerk
Kettwiger Straße 48, 45127 Essen
Mo-Do 11:30-22 Uhr, Fr+Sa 11:30-23 Uhr, So 12-21 Uhr

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